100 km Duathlon Gymnasium DD-Plauen 2005

Da ich diese Zeilen nun wieder aus dem Bergischen Land/Wuppertal an euch schicke, konnte ich mit der (immer noch etwas schmerzhaften) Erinnerung an den 100 km-Duathlon rund um Dresden dieses Wortspiel nicht unterlassen. Wie bergig die Gegend um das schöne Dresden tatsächlich ist, wussten alle natürlich schon von der „Blauen Blume“ – nun durften wir aber auch mal Müglitztal, Schönfelder Hochland und den Anstieg zum Pumpspeicherwerk Oberwartha „er-fahren“.

Mannschaftsbild

Mannschaftsbild

Mit von der Partie bei diesem inzwischen in der 10. Auflage auf mehr als 30 Teams angewachsenen Freizeit-Wettkampf-Veranstaltung mit erstmals einer Art Leistungscharakter waren auf der Seite der „Durchläufer“ neben mir (auch wenn abtrünnig, hatte ich mich doch für diesen 30. April und eine unbedeutende Klausur in meine alte Heimat begeben) der Bernd, Steffen F., Biesi und natürlich Tilo, der sich bereits mehrfach als starker Duathlet bewiesen hatte. Mit diesem Team strebten wir natürlich auf der 100 km langen Strecke, auf der stets einer laufen und die restlichen Teammitglieder Rad fahren mussten, eine vordere Platzierung an. Vielleicht war auch von einer Medaille träumen erlaubt…? Die Teams starteten jeweils in Abständen von einer Minute, wir als das 12. Team, so dass wir ein paar gute Ziele vor uns hatten, um einen schnellen Start hinzulegen.

Biesi und Steffen

Biesi und Steffen

Frühzeitig konnten wir einige Teams überholen und rollten uns nach dem ersten Anstieg in Richtung Bannewitz gut ein. Schon nach neun Kilometern „flog“ jedoch ein Quintett von hinten an uns vorbei, die wirklich Zug hatten. Sieger würden wir also schon einmal nicht werden, dafür hatten wir ihn schon einmal gesehen. Die Halbprofis aus Halle sollten uns im Verlauf eine reichliche halbe Stunde abnehmen. Das Gelände wellte sich so dahin (oder hatte besser gesagt den einen oder anderen steileren Anstieg, an dem die Radler bereits Mühe hatten, mit dem fitten Läufer Schritt zu halten!), und über Kreischa und Dohna radelten und liefen wir bester Stimmung bei gutem Laufwetter in Richtung Pirna.

Gestärkt an einer der tollen Verpflegungen hatten wir bereits das erste Drittel der Strecke hinter uns. Steffen spannte sich als Zugpferd vor und legte ein tolles Tempo auf die Piste, was uns optimistisch in Richtung Graupa brachte. Dort spürte ich am Anstieg ins Hochland erstmals intensiver meinen Trainingsrückstand, denn es machten sich Muskelverhärtungen bemerkbar. Zum Glück hatten wir mit Tilos Kollegen von der Feuerwehr bergauf einen guten Gegner, so dass wir flott im Rennen blieben. Nachdem ich einige Kilometer nach dem Ende des heftigsten Anstiegs der Strecke auf dem Rad wieder den laufenden Tilo eingeholt hatte, begann der entspannteste Teil der Runde.

Wechsel in Weißig

Wechsel in Weißig

 

 

Über Weißig ging es in die Heide und den Prießnitzgrund in Richtung Klotzsche, und nur ein weiteres Team drohte uns von hinten zu überholen. Auf der anstrengenden und verwinkelten Strecke durch Hellerau und die junge Heide konnten wir die Konkurrenz vorerst auf Distanz halten, bis es Richtung Radebeul wieder an die Elbe ging.

in der Heide

in der Heide

 

 

Mir graute es bereits eine Weile vor dem Weg aufwärts noch Oberwartha, den ich nur zu gut kannten – schließlich machte sich deutlicher die Anstrengung in Form von Krämpfen bemerkbar. Während Biesi und Steffen den Berg nach oben „sprinteten“, kämpfte ich auf dem Rad um jeden Meter und gegen meine müden Muskeln. Als ich endlich oben ankam und umfangreich verpflegen musste (inzwischen brannte auch die Sonne auf uns herunter und es wurden deutlich mehr als 20 Grad), waren meine vier Kollegen mindestens zwei Hügel weiter! Nach schier endlosem Radeln gegen den Wind und über die Dörfer und Autobahnbrücken sah ich sie endlich wieder – und sie waren erfreut, auch mich zu sehen. Schließlich mussten wir gemeinsam ins Ziel, da der letzte Aktive jedes Teams zählte. Gut für unseren Kampfgeist in der Schlussphase war, dass von hinten noch ein Team aufschloss (Medaille ade, die waren bereits 15 Minuten schneller als wir…) und sich vorne eine Mannschaft gegen das Überholen wehrte. Drei Läufer und 12 Radler stürzten sich so in Richtung Plauen ins Tal, und nach einem letzten kleinen und steilen Anstieg zum Gymnasium Plauen war es geschafft!

Zieleinlauf

Zieleinlauf

Im Ziel waren wir Durchläufer schließlich auf Platz sechs nach knapp sechseinhalb Stunden. Wie Tilo bemerkte, hätte das im Vorjahr noch locker für „Silber“ gereicht – unfaire Welt! Mit einem Finisher-T-Shirt und unserer guten Zeit (nur 4 Minuten pro Kilometer im Schnitt!) waren wir jedoch mit der Welt versöhnt, konnten wir diesen tollen Tag doch mit Kuchen, Obst, Tee und auch einem Bierchen im Sonnenschein und bei Musik ausklingen lassen. Danke an diese tolle Truppe für die Leistung und den Zusammenhalt und bis zum nächsten Jahr!

PS:

Ich hatte beim Entspannen leider vergessen, dass ich ja noch die 10 km nach Hause radeln wollte… Da wurde mir auch klar, warum Steffen meinen Sattel so unbequem fand – ich nämlich plötzlich auch!

Marco Held


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War der Lauf nicht dein Freund, war er dein Lehrer. Ilona Schlegel

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