Brüder-Grimm-Lauf 2012

Die volle Märchendosis!

Gereizt hatte es mich schon seit lange Zeit: Teilnahme am legendären Brüder- Grimm –Lauf in Hessen! Start in Hanau. Ziel in Steinau an der Straße.
Werner überzeugte ich von diesem Vorhaben ebenso wie Simone, dass sie dort Einzeletappen laufen könne. So erfolgte Anmeldung und Buchung der Unterkünfte im Herbst 2011.

Unser Ziel: ANKOMMEN!

Am Freitag fuhren wir über Wüstenbrand (Besuch der Kaffeefee Sachsen) nach Hanau. Hier wurden die beiden „Märchenschreiber“ Jacob und Wilhelm Grimm geboren und in Steinau an der Straße verbrachten sie Ihre Jugend.
Nach Abholung der Startunterlagen machten wir Pause im Cafe Central, direkt am Marktplatz gelegen. Hier erfolgte auch gut drei Stunden später der Start. Um 16:30 Uhr schlenderten wir dann gemütlich zum Auto und zogen uns um. Simone wurde unterdessen eingewiesen, wie man nach Niederrodenbach, Zielort der ersten Etappe, kommt.
„Tschüss bis gleich im Ziel“ waren meine Worte als wir Simone verabschiedeten. Immer mehr Läufer fanden nun den Weg in Richtung Marktplatz.

  1. Etappe, Freitag, 08.Juni 2012   „Rotkäppchen-Etappe“
    Startzeit: 17:30 Uhr
    Start:                         Hanau, Marktplatz
    Ziel:                             Niederrodenbach, Waldstadion
    Streckenlänge:         ca. 16km
    Profil:                          flach

Ein buntes Läuferfeld setzte sich nach dem Startschuss in Bewegung. Darunter auch Kalli Flach mit der Startnummer 1. Kalli hat als einziger bisher alle Brüder Grimm Läufe absolviert und startet in der M70. Die Strecke ist recht unspektakulär. Aus Hanau heraus und meist über asphaltierte Radwege nach Niederrodenbach. Die einzigen „Anstiege“ waren die über Autobahnen bzw. Bundesstraßen. Eine recht unspektakuläre Strecke aber zum „warm werden“ ausreichend. Im Ziel schnelles umziehen und ab in unser Hotel nach Gelnhausen.
Fazit: Alles gut!

2. Etappe – Samstag, 09.Juni 2012  „Dornröschen Etappe
Startzeit:                    09:30 Uhr
Start:                          Niederrodenbach Waldstadion
Ziel:                            Hasselroth, OT Neuenhaßlau,
Streckenlänge:        ca. 14km
Profil:                         leicht hügelig, zum Schluss bergab, insgesamt 175m Anstieg

Heute nehmen wir Simone als Einzeletappenläuferin mit. Sie trägt daher ein großes „E“ auf dem Rücken. Nach dem Startschuss ordnet sich jeder wieder entsprechend seinem Leistungsvermögen ein. Alles verläuft total entspannt. Durch Niederrodenbach geht es über einen Fahrradweg stetig leicht Bergan. Die Sonne wärmt nun doch schon ganz schön und so sind wir froh, dass wir bald den kühlen Wald erreichen. Herrliche Pfade lassen sogar ein bisschen „Rennsteigfeeling“ aufkommen. Der kurz darauf folgende Anstieg aber ebenso! Es folgt zum Schluss eine 4km lange Bergabpassage bis ins Ziel. Insgesamt eine kurzweilige Streckenführung.

Simone fährt im Anschluss gleich mit dem Shuttlebus zurück zum Startort. Während Werner und ich das „Ruhelager“ in der Turnhalle beziehen. Jetzt heißt es: essen, trinken, ausruhen, regenerieren etc. Einfach die Seele baumeln lassen. Dabei helfen: Ein leckeres Kuchenbuffet, Käsestullen und Nudelsuppe (bei Bedarf auch mit Wurst). Erste „unrund“ laufende Läufer/innen werden erspäht! Auch sieht man hier und da Blasenpflaster zur Anwendung kommen.
Fazit nach der zweiten Etappe: Bei uns beiden immer noch alles gut!

3. Etappe – Samstag, 09. Juni 2012 „Schneewitchen Etappe
Startzeit:                     16:30 Uhr
Start:                           Hasselroth, OT Neuenhaßlau,
Ziel:                            Gelnhausen
Streckenlänge:        ca. 16km

Profil                          erst flach, dann hügelige Wegführung bis Meerholz, flach bis zum Ziel, 115m Anstieg insgesamt

Pünktlich setzt sich der Läufertross wieder in Bewegung. Es geht nach Gelnhausen. Dort findet die legendäre Nudelparty am Abend statt. Die ersten 5km ist es relativ flach. Ich spüre zwar meine Beine, finde aber bald den Rhythmus. Den 2km langen Anstieg schaffe ich auch ohne Probleme. Links sieht man schon Gelnhausen unseren Zielort. Doch wir laufen fast daran vorbei, um in einer großen Schleife dann doch in den Ort zu laufen. Es gibt am letzten Getränkestand die erste Cola! Prima. Im Stadion wartet schon Simone auf uns. Kurzes Foto, soviel Zeit muss sein und erst dann über die Ziellinie. Kurz darauf kommt Werner.
Wir fahren direkt in unser Hotel und reservieren zuvor noch einen Tisch beim Italiener (20m vom Hotel entfernt). Auf die Nudelparty heute Abend haben wir alle drei keine Lust. Leider habe ich kaum Hunger und gebe Werner sogar die Hälfte meiner Spaghetti ab. Ich weiß nicht woran es liegt! Das Siegtor von Marion Gomez sehe ich zum Glück noch und schon fallen mir die Augen zu.
Fazit nach der dritten Etappe: Die letzten beiden Etappen schaffen wir auch noch!

4. Etappe – Sonntag, 10. Juni 2012 „Frau Holle Etappe
Startzeit:                    09:00 Uhr
Start:                          Gelnhausen, Untermarkt
Ziel:                            Wächtersbach, Sporthalle am Sportplatz
Streckenlänge:        ca. 17km

Profil                          mehrere km ansteigend, starker Anstieg über 800m Länge, danach bergab bis ins Ziel, 325m Anstieg insgesamt

Um 07:00 Uhr klingelt der Wecker. Meine Oberschenkel! Ich brauche gefühlte 10 Minuten um aus dem Bett zu kommen. Ach du je! Es wird aber mit jedem Schritt besser. Zum Glück! Die Treppe zum Frühstücksraum im Hotel schaffe ich ohne Benutzung des Handlaufs. Der heutige „Frühstart“ erfolgt direkt vor unserem Hotel. Das ist herrlich entspannend. Wir checken aus, Packen unser Auto und geben unser „Handgepäck“ beim Gepäckwagen ab. Heute sind wir wieder zu dritt. Simone wird die landschaftlich schönste Strecke mit uns laufen. Das „Warmlaufen“ entfällt aufgrund des oben geschilderten Sachverhaltes ersatzlos. Dennoch gibt es immer noch einige die dies tun. Respekt!
Gleich nach dem Start geht es rechts hoch. Die Oberschenkel wollen erst nicht mehr!
Aber nach ein paar Minuten ist auch das vorbei. Wir laufen stetig bergan, das geht ca. 5km so. Herrliche Aussichten auf das Kinzigtal eröffnen sich. Dann zwickt plötzlich mein rechter hinterer Oberschenkel! Ach du Sche…. Bitte nicht jetzt und heute! Es geht zum Glück wieder vorbei. Dann kommt der „steile Anstieg“. Vor dem wurden wir gestern schon gewarnt. Also gehe ich diesen. Oben angekommen geht es dann nur noch bergab bis ins Ziel in Wächtersbach. Bei 1:40h bleibt meine Uhr im Ziel stehen. Simone und Werner erreichten, beide lächelnd, fast zeitgleich das Ziel.
Gepäck abholen. Simone nimmt den Bus nach Gelnhausen, um von dort unser Auto in den Zielort Steinau an der Straße zu bringen. Dort haben wir für heute Nacht unser Quartier gebucht. Werner und ich fahren derweil mit unserem Handgepäck nach Bad Orb. In der dortigen Schule ruhen wir uns aus und warten auf den Start um 15:30 Uhr.
Fazit nach der vierten Etappe: Es steht fest: Wir erreichen das Ziel!

5. Etappe – Sonntag, 10. Juni 2012  „Hänsel und Gretel Etappe
Startzeit                     15:30 Uhr
Start:                           Bad Orb, Burgringstraße
Ziel:                            Steinau an der Straße, Brüder Grimm Straße
Streckenlänge:         ca. 18km

Profil                          1,5km eben, dann starker Anstieg von 189m, auf 304m auf eine Länge von 1,3km, 2km Gefälle, danach ebener Verlauf bis ins Ziel.

Wir erreichen Bad Orb um ca. 12:15 Uhr. Sichern zwei Turnmatten in der Sporthalle als Liegeplatz. Das Essen erfolgt im Schatten. Leckere Nudelsuppe. Diesmal gönne ich mir noch eine Wurst dazu. Kaffee und Kuchen runden das ganze ab. In der Turnhalle unheimliches Gewusel. Jeder der jetzt hier ist, will nach Steinau ins Ziel und das begehrte Finishershirt haben! Mittlerweile kennt man sich. Es ergeben sich nette und lockere Gespräche. Was manche, die hier am Start sind, schon so alles gelaufen sind. Dagegen sind Werner und ich echte „Waisenknaben“. Es sind aber auch skurile Gestalten darunter. Manfred zum Beispiel. Der aus 30 Minuten Rucksack packen eine meditative Handlung macht und dann doch vergisst, den Schlafsack einzupacken.
Am Start sehen wir immer noch „Warmläufer“! Die sind gegen schwere Beine wahrscheinlich immun. Auch können sich andere noch dehnen. Wir wollen nur noch eins: Los und endlich ins Ziel!
Der Startschuss ertönt. „Auf zur letzten“ sage ich noch zu Werner als wir uns in Bewegung setzen. Leichte Flüche und Gestöhne sind zu hören. Den steilen Anstieg komme ich gehend prima hinauf und auch das flache Stück Richtung Ziel läuft es prima. Ich fühle mich richtig gut. Natürlich nicht mehr so frisch wie am Freitagabend aber eben immer noch so, dass ich problemlos laufen kann. Keine Blasen an den Füßen (Lunge VIVO), nichts zwickt oder zwackt. Was man so alles aushalten kann…
Der Zieleinlauf in Steinau an der Straße ist einfach nur Klasse! Es geht die letzten 500m leicht bergan, durch ein Spalier von jubelnden Menschen gesäumt, die einen abklatschen wollen. Jeder der hier einläuft ist ein Sieger und fühlt sich auch so. Simone erspähe ich im Zielbereich und gemeinsam mit Werner holen wir unser Finishershirt ab. Dieses Jahr ist es Gelb! Wir gehen zu Fuß vom Zielbereich in unsere Pension. Finden nach dem Duschen einen Italiener in der Nähe unserer Unterkunft und genießen den Augenblick. Montag früh nach dem Frühstück machten wir uns (mit etwas schweren Beinen) auf den Weg nach Dresden.

Fazit:
Der BGL ist eine besondere Laufveranstaltung. Hier finden Leistungssportler, Hobby- und Volksläufer zusammen. Zudem ist der Lauf hervorragend organisiert.
Die Mannschaftswertung wäre evt. etwas für unsere „schnellen Frauen und Männer“…

Stefan Malcher


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„Begeisterung ist der nie erlahmende Impuls, der uns beharrlich unser Ziel verfolgen lässt.“ Norman Vincent Peale

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