Mallorcamarathon 2011

Mallorca hat ja nicht den besten Ruf. Wir wählten auch nicht das Pauschalangebot vom Hauptsponsor des Marathons TUI, da wären wir am Ballermann gelandet. In unserem Hotel unweit von Palmas Altstadt war man auch auf Marathonis eingerichtet, d.h. es gab extra schon ab 7 Uhr ein sehr gutes Frühstück. Kurz vor 8 Uhr, die Sonne war noch nicht aufgegangen, ging ich los zum Start. Die Startunterlagen hatte ich mir am Vortag geholt. Die Organisation schien fest in deutscher Hand zu sein.

Zum Start ist es noch kühl, aber die Sonne steigt unaufhaltsam. Da die Läufer aller drei Strecken gemeinsam starten ist ordentlich Gedränge zu Beginn. 8000 Starter, davon knapp 1400 für die lange Distanz laufen zunächst entlang der Küste eine Schleife. Nach 9 km geht es in die sehr schöne Altstadt. Hier ist ordentlich Stimmung, zahlreiche Musik- und Tanzgruppen sorgen für Abwechslung. Im Zick-Zack-Kurs geht es vorbei an allen Sehenswürdigkeiten, oft durch schmale Gassen. Das gefällt mir besonders. Bei Kilometer 20 sind wir wieder an der Küste. Die Marathonis müssen nun ca. 10 km im Hinterland Richtung Osten laufen. Mit einer Halbmarathonzeit von 1:42 h liege ich gut im Plan. Die Sonne brennt und man freut sich über jeden Schatten. In der Ferne die Berge, ansonsten ist dieser Streckenabschnitt nicht so toll. Also lohnt es sich nicht langsamer zu laufen. Ab km 30 geht es an der Küste zurück und auf der Strandpromenade, gesäumt von Hotels und Kneipen, ist riesige Stimmung, besonders bei Oberbayern und ähnlichen Lokalen. In der Ferne sieht man das Ziel, die Kathedrale von Palma. Zum Glück spenden ein paar Wolken Schatten, trotzdem braucht man alle 3 – 4 km die von netten Kindern überreichten Wasserflaschen um den Flüssigkeitsverlust aufzufüllen. Die Halbliterflaschen sind ideal, man kann genügend trinken ohne zu verschütten und den Rest kippt man sich über den Kopf oder in den Nacken. Wie schon so manchmal frage ich mich bei km 35 warum tut man sich das an? Die Anderen liegen am Strand und baden. Gemein ist der letzte Kilometer, man ist unterhalb der Kathedrale, läuft am Ziel auf der anderen Straßenseite vorbei und muss noch eine Schleife drehen. Aber da ist zum Glück wieder die persönliche Unterstützung von Doris. Ein bisschen Quälen gehört eben dazu und hinterher ist man besonders stolz, glücklich und genießt den Endorphinschub. Nach 3:27 h habe ich es geschafft und Platz 143 von ca. 1200 Finishern ist auch ganz ordentlich.

Wir verbringen den Nachmittag langsam durch die Altstadt schlendernd, ab und zu in einem Straßencafe sitzend und verzichten auf die After-Race-Party in Playa de Palma. Am nächsten Tag starten wir zu einer fünftägigen Wanderung auf dem Fernwanderweg von Valdemossa nach Pollencia durch das schöne Tramuntanagebirge. Es geht erstaunlich gut mit den schweren Beinen. Nach einem Strandtag ist die herrliche Urlaubswoche leider zu Ende.

Reinhard Oertel


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Die Entfernung zwischen Traum und Realität nennt man Aktivität. Hermann Scherer

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