Moritzburg – Ironman 70.3 – Juhu geschafft

Nach der gefühlten kürzesten Nacht der letzten Jahre (wieder mal die Aufregung), knabberte ich um 06.00 Uhr meine gewohnten Rosinenschnittchen. Geil, endlich wieder so richtig ungesundes Zeug verklappen. Noch einmal die bereits 5x gecheckte Tria-Kiste überprüft und dann ab nach Moritzburg.

Für das Drumherum hatte ich wieder meine Lieblingslogistikerin Anette dabei. Sie versucht wie immer, meine Anspannung zu lösen – gelingt leider nicht.

Parkplatz gefunden, Rad zusammengebaut, alles nochmal geprüft und ab zum Check-In. Vorher das glaube ich 10 mal aufs TOI – irgendwo muss die Spannung raus. Jetzt einchecken, Radkontrolle, Helmkontrolle, Startnummer auf die Heldenwade und Wechselplatz einrichten. Achtung Durchsage, die Wassertemperatur ist so hoch, das der Neoprener….(lange Pause)….erlaubt ist. Yes, ich muss nicht frieren.

10.50 Uhr Schwimmstart mit Kanonenschuss und ab gehen die Piranhas.

Nach 800m habe ich einen massiven Krampf in der Wade, Mist auf der Stelle „strudeln“ und entkrampfen.

Geht nicht so richtig, also irgendwie weiter. Ich sah vermutlich wie ein angeschossener Frosch auf Überlebenskampf aus. Immer im Wechsel von Kraulen und Brustschwimmen habe ich die 1,9km nach 41 Minuten geschafft.

In der Wechselzone Bein entkrampfen, Helm auf, Rad geschnappt und los zum „Strassenschneiden“. Mensch läuft super, nach 30km habe ich einen kurzen Hänger, mampfe das gefühlte 10-te Gel und kann mich wieder aufbauen. Die Wade zuckt immer mal wieder, aber mit Gegendrücken geht es irgendwie. Jetzt bei km 70 kommt der Flow – es ist ein wahres Gleiten auf dem Asphalt, ich genieße es.

Das sind die Momente wofür man sich vorher quält. Die 90km in 2h59 super, ab in die Wechselzone und die Flitzerschuhe an.

Gutes Anfangsgefühl beim Loslaufen, die Wade meldet sich nur dezent. Komm Heiko, jetzt beißen. Die ersten 7km gehen super. Dirk am Wegesrand sagt in der 2. Runde, ich sehe schlecht aus – so fühle ich mich auch.

Kurzer Check der Gesamtzeit – Entscheidung – was mache ich. Geplant waren 6h30, die Uhr sagt: Ankunft weit unter 6h. Das zündet mein Adrenalin, ich ziehe an und sehe auch wieder besser aus.

Die letzten 3 km sind purer Genuss, ich sehe das Schloß, den Karpfenteich, denke an die Emotionen in den Disziplinen vorher und lasse alles auf mich wirken. Juhu ich habe es geschafft, unter Tränen und völlig fertig komme ich nach 5h41 im Ziel an.

Meine Anette ist da, und ich bekomme trotz Schweißgeschmack einen dicken Knutscher.

Es war für mich seit langem der emotionalste Wettkampf, und ich habe viele Minuten im Wettkampf genossen.

Ich danke allen für das „Daumendrücken“ und dann bis bald zum Durchläufer-Training.

Heiko


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Der Wille zum Sieg ist wichtig, aber der Wille zur Vorbereitung ist entscheidend! Joseph Vincent Paterno

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