New York Marathon 2016

Der New-York-Marathon ist wahrscheinlich der berühmteste. Viele träumen davon, jedes Jahr machen 50.000 ihren Traum wahr. Nach 10 Jahren kontinuierlichen Trainings und 19 Marathonläufen erfüllte ich mir nun auch diesen Wunsch.

Einen Startplatz bekommt man unkompliziert nur über einen Reiseveranstalter („interAir“ kann ich weiterempfehlen).

Mit meinem Lauffreund Christoph hatte ich schon viele Trainingskilometer und einige Marathonläufe bestritten, nun flogen wir beide zum Big Apple. Mittwochabend angekommen bummelten wir von unserem Hotel in Midtown zum Time Square und spürten den irre heftigen Puls der Metropole.

Time square

Um gleich einen Überblick zu bekommen, schauten wir am nächsten Morgen aus der 102. Etage des Empire State Buildings auf die Metropole. Das war in vielerlei Hinsicht eindrucksvoll, die Bauleistung vor über 80 Jahren, die Weite, die Landschaft, die anderen Bauwerke.

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Auf der perfekt organisierten Marathonmesse bekamen wir schnell unsere Startunterlagen und konnten vom Powerriegel über Laufsachen bis zu Schmuck von Tiffany alles testen und erwerben. Uns zog es aber bald zum Sightseeing. Es ist hier nicht möglich, auf all die interessanten Viertel und Sehenswürdigkeiten New Yorks einzugehen, die wir uns angeschaut haben.

Am Freitagmorgen war unsere Reisegruppe zu einem Lockerungslauf mit dem Laufguru Steffny in den Central Park geladen, da lernten wir die letzten 3 Kilometer der Strecke kennen – ganz schön hügelig.

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Sehr überraschend und optimal für uns war die Möglichkeit des Fahrradfahrens in NYC. Nicht nur am East und Hudson River entlang, beispielsweise auch durch das Village, in Downtown, über die Brooklyn Bridge und natürlich im Central Park kann man sehr gut fahren und sieht ganz viel dabei. Das optimale Wetter in der ganzen Woche kam dem entgegen.

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Besonders bewegt haben mich die Gedenkstätten am Ground Zero. Sehr schön ist natürlich auch die Fahrt mit der Staten Island Fähre, auf der einen Seite der beste Blick auf die Skyline und die Freiheitsstatue, auf der anderen Seite die Verrazano-Bridge – Startpunkt des Marathons.

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Sonntagmorgen 6 Uhr fuhr der Bus vom Hotel, der uns dorthin brachte. Dort hatten wir 3 Stunden Zeit, man konnte gut frühstücken. Ohne uns verabredet zu haben, trafen wir zufällig Kerstin und Ulrike von meinen Durchläufern und das bei 50.000 Startern!

Kersti Ulrike

Die Leute am Start sind häufig recht speziell gekleidet, gegen die Kühle zieht man alte Sachen über, die dann kurz vorm Start entsorgt werden. Mit „Star spangled banner“ und „New York, New York“ geht es los, eine Meile aufwärts auf die Brücke. Ziemlich eng ist es trotz vier Fahrspuren.

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Der Blick auf die Skyline im Morgenlicht ist grandios. Die ersten 20 km geht es durch Brooklyn, sehr abwechslungsreich. Ich komme mit einem deutschen Läufer ins Gespräch, der bei der UNO arbeitet. Er macht mich auf die unterschiedlichen Comunitys aufmerksam, z.B. Juden, Polen, Hipster. Trendig ist es in Williamsburg. Christoph und ich laufen recht flott, nach 1:43 h ist trotz recht welliger Strecke der Halbmarathon erreicht, es geht nach Queens. Achtung, bei Meile 14 schön lächeln und winken, da stehen die Fotografen von interAir.

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Als Verpflegung gibt es nur Getränke, die allerdings sehr häufig. Vielleicht hätte ich schon eher meinen Powerriegel essen sollen, als es bei Meile 16 über die Queensboro Bridge ganz schön bergauf geht, kommt der Mann mit dem Hammer und das wird auch nicht so schnell besser, als ich die endlose First Avenue vor mir sehe. Ich lasse Christoph ziehen und muss viel Willen aufbringen. Allmählich wird es wieder besser und ich genieße die Exotik, durch ein schwarzes Viertel zu laufen, fast ausschließlich afroamerikanische Helfer und Zuschauer zu sehen. In der Bronx wird dann sehr laut Musik gemacht. Zurück in Manhatten sieht man in der Ferne das Empire State Building – so weit müssen wir gar nicht, aber von der 138. Straße bis zur 59. sind es fast 80 Kreuzungen, die noch vor mir liegen. Etwas langsamer geworden wird klar, eine Zeit unter 3:30 ist nicht mehr möglich, aber unter 4 Stunden bleibe ich auf alle Fälle, mein Name wird also morgen in der New York Times stehen. An vielen Stellen stehen kreischende Zuschauer am Rand, die Gegend wird vertrauter, am Guggenheim Museum geht es in den Park, auf die Hügel waren wir vorbereitet, anstrengend ist es trotzdem, doch die jubelnden Zuschauer treiben einen, so dass ich kaum langsamer werde. Die letzte Kurve am Columbus Circle, Meile 26, jetzt noch 400 Meter, geschafft, überglücklich, 3:33 super Zeit. Christoph, 3 Minuten eher im Ziel, empfängt mich.

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Als wir mit unseren Ponchos die 3 km bis zum Hotel laufen, sehen wir die Sicherungsmaßnahmen für den Zieleinlauf. Sperren aus mit Sand beladenen LKWs verhindern Anschläge. Auf der Straße wird einem ständig zum erfolgreichen Lauf gratuliert – sehr schöne Stimmung in der Stadt.

Wir haben noch anderthalb Tage um New York weiter zu erkunden. Auf Grund der etwas schweren Beine wählen wir die U-Bahn, um u.a. nach Chinatown, Soho, Conny Island an den Atlantik und nach Williamsburg, dem charmanten Viertel, zu gelangen. Außerdem besuchen wir das sehr reich bestückte Metropolitan Museum, das fast noch eindrucksvoller als das MoMA ist.

Unser Rückflugtag ist Wahltag. Um den Trump Tower stehen wiederum mit Sand beladenen LKWs. Demnächst werden hier wohl Umzugautos stehen, wenn die Familie ins Weiße Haus zieht, was ich mit einigem Bedenken sehe.

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Eine wunderbare Woche in einer grandiosen Stadt mit einem hervorragend organisierten, sehr schönen Marathonlauf mit einem tollen Publikum an einer interessanten Strecke.

Reinhard

 

Eine gute sportlich informative Analyse des Laufs findet man unter:

Bericht Herbert Steffny

 


5 Antworten zu “New York Marathon 2016”

  1. Uta u. Michael Wackwitz sagt:

    Ich bin zwar keine Marathonläuferin, nur ein kleine regelmäßige Joggerin, aber desto mehr ziehe ich den Hut vor diesen unglaublichen Kilometern, b.z.w. deiner Leistung. Die Zeit ist
    außerdem formidable.
    Dein sehr anregender Bericht macht außerdem wieder Lust in diese interessante Weltmetrople einzutauchen.
    Wir wünschen Dir noch eine lange Zukunft für weitere Läufe
    und deren Berichte.

    Lg. Michael & Uta

  2. Micha sagt:

    Genialer Bericht !! Danke Dir und weiter so !

  3. Jens sagt:

    Klasse Artikel und super Zeit.

  4. Marcel sagt:

    Super Sache und sehr schöne Bilder!

  5. Heiko sagt:

    Ein schöner Bericht, und beeindruckende Bilder. Cool ist vor allem Deine Laufzeit – Hut ab. Aber mein lieber Reinhard, die Mütze sieht echt kacke aus. 🙂

    LG Heiko

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„Laufen ist ein Naturheilmittel, eine natürliche Droge und der gesündeste Weg der Stresskompensation.“ Herbert Steffney

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