Weltkulturerbelauf 2011

Bericht vom Weltkulturerbelauf (WKEL) in Bamberg

Unsere Frühjahrs- Laufreise führte uns diesmal in das wunderschöne Bamberg. Dort findet seit 2003, zweijährlich, der Weltkulturerbelauf (WKEL) statt. Ich hatte uns direkt nach Öffnung des Anmeldeportals für die Teilnahme am Halbmarathon angemeldet. Nicht ohne Grund wie sich eine Woche später herausstellte. Den da war der „Halbe“ schon ausgebucht.

Aufgrund der Streckenführung ist das Teilnehmerfeld bei diesem auf 3.700 begrenzt. Kurze Zeit später ebenso der 10,9km Lauf. Mit so einem Ansturm auf die Startplätze hatte der Veranstalter dann wohl doch nicht gerechnet.

Bamberg wurde 1993 von der UNESCO der Weltkulturerbestatus zuerkannt. Grund dafür ist die sehenswerte Altstadt, welche den größten unversehrt erhaltenen historischen Stadtkern in Deutschland besitzt.
Darüber hinaus ist die Stadt überregional bekannt für seine vielfältige und eigenständige Biertradition (7 Brauereien). Wir reisten Samstag an. Nach Abholung der Startunterlagen bezogen wir unser gemütliches Hotel im Zentrum der Stadt. Da der Start des HM erst am Sonntag um 15:30 Uhr erfolgt, blieb also noch ausreichend Zeit, das besondere Flair, der am Main gelegenen Stadt, zu genießen. Dazu luden die vielen historischen Plätze und Gebäude geradezu ein. Cafes versüßten uns die Ruhepausen.

Der HM führt über die sogenannten „sieben Hügel“ der Stadt und zählt dabei mit 280 zu überwindenden Höhenmetern nicht unbedingt zu den „ganz flachen“. Dennoch werden dort Zeiten von 1:10 bei den Männern bzw. 1:30 bei den Frauen gelaufen, was schon auf ein ambitioniertes Läuferfeld schließen lässt. Der verwinkelte Rundkurs, mit vielen Kopfsteinpflasterpassagen gespickt, führt zudem an den Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei. Darunter das Mühlenviertel, dem Hainpark und Klein Venedig, um nur einige zu nennen.

Die Starts erfolgten gestaffelt von 11:30 Uhr bis 15:30 Uhr. Begonnen wird mit der kürzesten Strecke. Es war ungewohnt für uns, so spät starten zu müssen. Pünktlich standen wir dann bei gefühlten 30° im Schatten am Start. Die ersten 6km geht es gleich bergauf. Dieser Streckenabschnitt beinhaltet den Anstieg zur Altenburg. Dabei werden schon 6 Hügel überwunden. An manchen Stellen kam sogar „Rennsteiglaufatmosphäre“ auf, da der Weg zeitweilig zum Wanderweg wurde und nur 2m breit war. In der Altenburg der erste Getränkestand und dann bergab in Richtung Hainpark. Durch ein permanentes Spalier von anfeuernden Zuschauern getragen wurde immer die schattigste Wegstrecke gesucht. Das war uns leider auf dem Streckenabschnitt des Main- Donau- Kanals nicht vergönnt, da dieser dort gänzlich fehlte. Gefühlt wurde es daher noch wärmer. Immer mehr Teilnehmer mussten einen Gang zurückschalten und stellenweise gehen. Leider gab es auch keine anderen Getränke an der Strecke als Wasser, so dass ich vergebens Ausschau nach einer Cola hielt. Auch Simone musste diesmal auf Ihre Bananenstücke verzichten. Schade. Dafür gab es an vielen Stellen die Möglichkeit, sich durch Wasserduschen abzukühlen. Diese hatten freundlicherweise Zuschauer aufgestellt, welche wohl Mitleid mit den Läufern hatten. Insgesamt ist die Atmosphäre an der Laufstrecke einzigartig. So etwas habe ich noch nicht erlebt! Allen Teilnehmern war die Anstrengung bei km19 anzusehen, als der siebte Hügel wartete.
Unter Ohrenbetäubendem Lärm wurde kurz danach die Innenstadt erreicht. Die letzten 800m läuft man durch ein Spalier von Menschen dem Ziel entgegen. Phantastisch!

Fazit: Der WKEL ist eine Laufveranstaltung der besonderen Art. Die Stadt Bamberg und seine Einwohner „leben“ diesen Lauf.

Stefan


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War der Lauf nicht dein Freund, war er dein Lehrer. Ilona Schlegel

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